Die taz und ihr Kampfhundgott
Wenn man der linksalternativen Berliner "Tageszeitung" eines zugute halten kann, dann dass sie ihren Ruf als hybrisschwangeres Käseblatt und Leitmedium der linksdrehenden Joghurtkultur mit Inbrunst verteidigt. So gerade geschehen in der taz-Netzausgabe:

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Euer Kampfhund-Gott Wotan?Liebe taz, zu euren Gunsten darf man annehmen, dass ihr den berühmten tausend Affen an den berühmten tausend Schreibmaschinen in eurer Redaktion einfach nicht genügend Zeit gelassen habt. Oder dass sie zu sehr mit dem nächsten Artikel über neofaschistische Äußerungen im Vorstand des Kleinniederloheler Gartenvereins "Sonnenfroh" beschäftigt waren. Verzeihen kann man auch vorerwachsene Ausfälle wie na na na und weeeeh. Unter Satire versteht ihr pubertäre Zickigkeit? Kein Ding.
Nicht mehr verzeihen kann man eure schamlose Uninformiertheit, eure Verweigerung und euer Desinteresse gegenüber allem, was nicht in eure blutrote Butterkuchenwelt passt, und, am allerschlimmsten, die epische Überheblichkeit und Arroganz, mit der ihr eure unfundierten Meinungen verbreitet wie Ratten die Pest.
Kampfhund-Gott Wotan. Das sitzt. Ein Paradebeispiel für die Mentalität eurer Zeitung und eurer Zielleserschaft, die hasst und schasst was sie nicht kennt und niemals kennen will. Ihr wollt die Guten sein? Die aufgeschlossenen, toleranten und fröhlichen Kämpfer für eine bessere Welt? Heuchler und Lügner seid ihr, und das so offen und offensichtlich, das einem angst und bange werden kann. Ihr seid nie verlegen um die Ausrede des zweckheilenden Mittels in eurem heiligen Krieg gegen Nazigespenster im Neuheidentum und überall. Ihr seid Wölfe im Schlangenpelz.
Und wie allegorisch, dass ausgerechnet ihr Linksalternativen Wodan, ein Symbol von Wissen und Weisheit auf den Aspekt reduziert, den er über tausend Jahre vor seiner Göttervaterrolle verkörperte, als Wode, Anführer des wütenden Heeres der Gefallenen. Verfahrt ihr nicht genauso mit denen, die sich nicht eurer Denkweise ergeben? Reduziert ihr nicht genauso jeden sich eurer Weltanschauung verweigernden Menschen auf ein obskures Nachbeben unserer Vergangenheit? Ist die Welt für euch nicht voller "Scheißnazis", voller Geisterheere? Der Kampfhundgott, der Gott der Beißreflexe und ideologischen Tollwut, ist euer Idol mehr als irgendjemand anderes.
Der letzte Anfall von Vollidiotie in eurer sogenannten Glosse verleiht ihr einen würdigen Abschluss. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da will ich mitten unter euch sein" ist mitnichten aus der Edda oder einer anderen altheidnischen Schrift, sondern aus Matthäus 18,20, also ungefähr dem letzten Ort, in dem sich irgendein Zitat Wotans finden ließe.
Wenn ihr einmal zur Abwechslung zu einem Thema recherchiert und der Edda einen Blick gegönnt hättet, wäre euch vielleicht ein Vers aufgefallen, der sich an eurer Redaktionswand gar prächtig machen würde:
Der Unweise, der zu andern kommt, halte stets sich still: Niemand merkt, dass er nichts versteht, wenn die Zunge er zügeln kann. [1]
Auf tausend schweigende Affen,
Brautingi
08.06.2001n.Hr.
Quellen:
[1] Hávamál, 21; Die Edda nach Felix Genzmer, Heinrich Hugendubel Verlag München, 2006
[2] → Verboten; die Tageszeitung, www.taz.de, 7. Juni
